Starke Mädchen – starke Frauen – Lena HER STORY

Lena ist nicht nur jung und gut aussehend. Sie hat eine Mission: sie will Kindern dazu verhelfen, ihren Alltag mit Mut und Selbstbewusstsein zu meistern. Daher gibt sie ihr Wissen auf kindgerechte Weise innerhalb des Kampfkatzen®-Projekts weiter. Hier erzählt die Powerfrau und Kickboxerin mehr über ihre Arbeit.

Wofür stehen die „Kampfkatzen“? Was steckt hinter diesem Namen?

Lena: Zunächst haben uns viele Anfragen zum Kickboxen für Kinder erreicht. Daraus ist ein Bewegungs- und Verhaltenskonzept für Kinder ab dem Vorschulalter bis ungefähr 7-8 Jahre entstanden. Zunächst nur in kleinem Rahmen bei uns im Studio, aber seit Januar 2011 deutschlandweit. Das hauptsächliche Ziel ist die Bewegung und das Erlernen von Erstelementen aus dem Kampfsport. Das sind Verteidigungen, Grundbewegungen und -elemente, aber nie Schlagen oder Treten. Der Name setzt sich zusammen aus „Kampf“, weil bei der Verteidigung doch auch auf das Kämpfen und Ringen eingegangen wird. Und „Katzen“, weil Kinder sich damit gut identifizieren können. Katzen fauchen, wenn sie nicht angefasst werden möchten und können sich super abfangen. Deswegen haben wir uns für den Namen Kampfkatzen® entschieden.

Hat sich seit den Anfängen in 2011 und dem heutigen Konzept viel verändert und wer hat außer deinem Vater am Konzept mitgearbeitet?

Lena: Wir haben nur Kleinigkeiten angepasst und die einzelnen Stunden vom Input optimiert. Ansonsten besteht das Konzept auf die gleiche Art und Weise. Katrin Vögel hat am Konzept mitgearbeitet, sie hat dank ihres Sportwissenschaften-Studiums einen sehr guten Background. Hauptsächlich hat aber mein Vater daran gearbeitet, dass es kindgerecht ist.

Wie bist du dazu gekommen?

Lena: Ich war selbst noch ein Kind, als es losging. Als mein Vater das Konzept entwickelt hat, durfte ich immer mithelfen und bin ab dem ersten Training dabei gewesen. Ich habe selbst Kampfsport betrieben, bin in das Ganze mit reingewachsen und immer dageblieben. Als Kind habe ich auch immer geschaut, wie ich selbst als Kind das Training finde.

Wie läuft eine Stunde ab?  Was sind wichtige Teile davon?

Lena: Es gibt 10 Stunden Grundkurs und 10 Stunden Aufbaukurs. Im Grundkurs ist es so, dass es ein Ritual zur Begrüßung und zur Verabschiedung gibt, das ist uns wichtig. Wir knien uns hin zur Begrüßung oder klatschen uns ab. Danach wird sich aufgewärmt. Wir fragen die Kinder, wie es ihnen geht und ob alles passt, weil sich die Kinder auch immer gerne mitteilen. Danach folgen spezifische Kampfsport-Einheiten. Anschließend wird gespielt. Nach der Hälfte der Zeit machen wir eine Pause und es folgt eine Geschichte. Wir legen anspruchsvollere Sachen immer in den ersten Teil des Kurses , im zweiten Teil oft eine Geschichte. Danach Wiederholungen und eine Entspannungsübung. Der Ablauf variiert je nach ausgewählter Stunde.

 Ist das im Aufbaukurs auch so?

Lena: Es gibt hier noch keine zweite Geschichte, die wird gerade von meinem Vater noch zu Ende geschrieben. Ansonsten läuft es eigentlich gleich ab. Im Grundkurs wird auch nicht von Schlagen oder Treten gesprochen, immer nur vom Schubsen. Im Aufbaukurs wird es schon anspruchsvoller und die Elemente vom Grundkurs werden vertieft.

Wie viele Kinder werden jedes Jahr insgesamt trainiert?

Lena: Es sind ungefähr 1.500 Kinder im Jahr. Wir haben 60-65 lizenzierte Partner, die das deutschlandweit machen. Die genaue Zahl der Kinder kann man so schwer benennen, das kommt individuell auf die Größe das Studios an. In einem Studio wie unserem besuchen mehrere Kinder die Kurse. Wenn das Studio klein ist und nur von einer Person betrieben wird, kann man nicht 20 Kinder pro Kurs aufnehmen, sondern vielleicht nur 10.

Bekommt ihr mit, wie viele Kinder die Kurse bei den Partnern besuchen?

Lena: Wir bekommen es schon mit, weil bei uns immer die Pakete bestellt werden wie z.B. Bücher, Tattoos und CDS. An diesen Bestellungen können wir den Zulauf ganz gut ablesen.  Bald haben wir eine Internetseite, dann laufen die Anmeldungen und Bestellungen digital. Gerade läuft es noch über Email und Telefon.

Gibt es einen bestimmten „Typ“ an Kindern, die zu euch kommen?

Lena: Nein, es ist bunt gemischt. Viele Kinder kommen wegen der Mundpropaganda zu uns. Weil der Freund dabei ist oder die Geschwister. Ich würde nicht sagen, dass nur ganz schüchterne Kinder bei uns sind, es ist komplett gemischt. Von einem gehandicapten Kind bis zu einem Kind mit ADHS oder Bewegungsdrang. Jeder „Typ“ Kind ist bei uns vorhanden. Wir hatten auch schon Kinder, bei denen wir uns mit Förderungsstätten abgesprochen haben.

Dein Vater ist Kickboxweltmeister. Man kriegt in der Familie das Thema Kickboxen bestimmt intensiv mit.  War damit klar, dass du das auch machst oder gab es andere Sportarten?

Lena: Ich habe klassisch mit Ballett und Reiten angefangen. Früher habe ich immer gesagt: „Ich will kein Kickboxen machen.“ und habe nur zuschaut, auch weil die Anderen größer waren. Irgendwann wollte ich es dann aber doch und bin dabei geblieben. Meine Eltern wollten mich immer dazu bewegen, es einmal auszuprobieren. Das kam dann plötzlich, ich bin voll eingestiegen und war mehrmals die Woche im Studio und habe das Kickboxen intensiv verfolgt.

Starke Mädchen - starke Frauen

Hast du auch an Wettkämpfen teilgenommen?

Lena: Nein, ich war mit Ballett, Reiten und Kickboxen ziemlich ausgelastet. Unsere Kampfsportschule ist auch eher für Erwachsenen-Wettkämpfe ausgelegt. Außerdem war es damals noch nicht so intensiv mit dem Kinderkampfsport wie es heute ist. Kämpfen wollte ich erst mit 15-16, ich bin allerdings relativ schnell gewachsen und meine Rippen waren dadurch nicht so stabil, wie sie sein sollten. Ich habe immer geschaut, dass ich als einer der Besten abschneide und meinen Trainerschein so schnell wie möglich mache.

Wie reagieren andere Leute darauf? Kickboxen ist nicht der klassische Mädchensport.

Lena: Man wird oft erstmal belächelt, weil manche immer noch in Schubladen denken, dass Kickboxen nur etwas für Männer ist und man sich ja gegenseitig nur ins Gesicht haut. Die sehen das nicht als koordinativ und körperlich sehr hochwertigen und anstrengenden Sport. Es ist aber schon viel besser geworden, weil sich immer mehr Frauen bei uns anmelden. Auch Mädchen im Alter von 15-16.  Wenn ich zurück denke, war ich eines der wenigen Mädchen beim Kickboxen. Teilweise haben wir heute sogar mehr Mädchen als Jungs. Als die Kickboxerin Christine Theiss im TV gezeigt wurde als Vorzeigekämpferin, die auch noch was im Kopf hat, hat sich das Bild auch verändert. Mittlerweile antworten viele mit „Wow!“, wenn ich erzähle, dass ich Kampfsportlerin bin.

Was ist die häufigste Motivation für Frauen Kickboxen zu machen? Das Ganzkörpertraining oder doch eher die Selbstverteidigung?

Lena: Viele kommen, weil es einfach ein gutes Workout ist und um sich auszupowern. Man trainiert fast alle Muskelgruppen und es gibt viele Krafteinheiten. Wir haben auch extra Selbstverteidigungskurse angeboten. Wenn man als Frau zum Beispiel beim Feiern dumm angemacht wird, kann man sich so im Ernstfall wehren.

Welchen Unterschied siehst du bei den Kindern nach dem Training?

Lena: Schüchterne Kinder werden viel offener und sind nicht mehr so zurückhaltend. Sie trauen sich auch laut etwas zu sagen und auch einfach mal zu schreien. Kinder fühlen sich danach kräftiger und die Koordination wird gefördert. Wenn man Übungen am Anfang und am Ende vergleicht, sieht man einen echten Fortschritt. Eltern sagen auch, dass beispielsweise Kinder, die gemobbt worden sind, danach die Kraft hatten, sich zu verteidigen und selbstbewusster geworden sind.

Bezieht ihr die Eltern auch mit ein? Wisst ihr auch, warum die Kinder zu den Kampfkatzen® kommen?

Lena: Das kriegen wir eher am Rande mit, wenn die Anfragelisten eröffnet werden. Eltern bringen die Kinder meistens hier her, weil schon Freunde dabei sind oder Geschwister. Aber es gibt auch Kinder, die nach einer Scheidung umgezogen sind und jetzt neue Freunde suchen.

Haben Mädchen dadurch einen besonderen Vorteil im Gegensatz zu Jungs?

Lena: Jein. Mädchen, die ganz schüchtern waren und Ballett oder typische Mädchensportarten gemacht haben, können von den Jungs anders betrachtet werden, weil sie ein anderes Auftreten bekommen. In dem Alter wo sie noch klein sind, wird nicht so stark zwischen Mädchen und Jungs unterschieden und es gibt dieses krasse Mobbing noch nicht. Eher gilt das Moto „Wir sind alle gleich, jeder ist akzeptiert. Aber ansonsten gibt es nicht wirklich einen Vorteil nur für Mädchen.

Was ist das Wichtigste was du den Kindern von Kampfkatzen® mitgeben willst?

Lena: Das Kinder lernen, wenn sie beleidigt, geschubst oder ausgegrenzt werden, sich in einem entsprechenden Rahmen wehren zu dürfen und auch müssen, weil es sonst nur schlimmer wird. Und dass sie die Botschaften, die wir ihnen immer in den Geschichten mitteilen, zu Herzen nehmen, verstehen und praktizieren.

Letzte Frage: Was ist das, was dir persönlich am meisten Spaß macht?

Lena: Die Bindung mit den Kindern, dass sie sich wirklich aufs Training freuen und mich herzlich begrüßen. Außerdem wenn ich sehe, dass Kinder ihre Probleme kollektiv, körperlich oder von der Kraft her verbessern können und Schüchternheit, Ängstlichkeit oder Mobbing hinter sich lassen. Und dass man sieht, dass das, was mir machen auch was bringt.

Die Kampfkatzen® sind mittlerweile deutschlandweit vertreten. Mehr Infos auf der Website: www.kampfkatzen.com/

Ab dem 6. Februar findet ihr jeden Donnerstag um 12 Uhr eine neue inspirirerende und berührende Geschichte hier auf dem Blog.


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